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 Herausgeber

Die Lärmrosen werden von der Fa. Cervus Consult GmbH bereitgestellt. Die Verwendung der Lärmrosen ist mit Hinweis auf den Herausgeber gestattet. Die Bereitstellung erfolgt ohne Gewähr auf Richtigkeit und Aktualität.

 

 Software

Die Lärmrosen werden mit dem Programm Soundweather berechnet.

 

 Profilprognosen

Die Pofilprognosen werden von der MeteoGroup Deutschland GmbH erstellt.

 

 Auflösung

Die Lärmrosen zeigen mit einer Winkelauflösung von 30° und einer Abstandsauflösung von 200 m klassiert die Pegeldifferenz zwischen den Pegelprognosen der für die Stunde vorausgesagten Wind- und Temperaturprofile und der Bezugsausbreitungssituation. Datum und Uhrzeit sind in jeder Lärmrose eingetragen. Bei den Lärmrosen ist Norden oben, Osten rechts usw.

Beitragsseiten


Einführung

Lärmrosen sind zunächst intuativ leicht zu interpretieren. Rot ist 'lauter', grün' ist 'leiser' als normal. Wenn man aber versucht, die Lärmrosen in ihren Einzelheiten zu verstehen, wird die Interpretation schnell komplex. Auf dieser Seite werden einigen Beispiele von typischen Lärmrosen diskutiert und zumindest grob erklärt.

Dazu ist es erforderlich, die zugehörigen Profile zu kennen. Der Einfachheit halber dient zur Darstellung des Schallwetters, das zu den Lärmrosen führt, die entsprechende Ansicht aus dem Programm 'SoundWeather'. Mit diesem Programm werden die Profilprognosen der MeteoGroup verwaltet, die Lärmrosen berechnet und die Pegelstatistiken erstellt.


Programm SoundWeather

Die Ansicht zeigt unter der Ziffer 1 die quellbezogene Lärmrose und unter Ziffer 2 die empfängerbezogene Lärmrose.

Die Ziffer 3 markiert die Darstellung des Windprofils. Die x-Achse ist die Höhe über dem Erdboden in Meter. Die linke y-Achse gilt für die blaue Kurve der Windgeschwindigkeit in Meter pro Sekunde. Die rechte y-Achse gilt für die Kurve in Orange, die Windrichtung in Grad (Richtungs aus der der Wind kommt: 0° = Nord, 90° = Ost, 180° =Süd, 270° = West.)

Die Ziffer 4 markiert die Darstellung des Temperatur- und des Feuchteprofils. Die x-Achse ist wieder die Höhe über dem Erdboden in Meter. Die linke y-Achse gilt für die blaue Kurve die Temperatur in °C. Die rechte y-Achse gilt für die Kurve in Orange, die relative Luftfeuchtigkeit in Prozent.

Die Ziffer 5 markiert die Darstellung der relativen Pegel in Dezibel zum Bezugsschallwetter (siehe Beitrag Schallwetter) in den vier Himmelsrichtungen. Differenzpegel größer 0 werden in den Lärmrosen rot, Pegel kleiner 0 grün dargestellt. Die Farbabstufungen sind in der Legende zwischen den beiden Lärmrosen zu sehen. Die Farben, die den Himmelsrichtungen entsprechen, sind oben in der Darstellung angegeben.

Die Ziffer 6 markiert die Darstellung der Krümmungsradien in den vier Himmelsrichtungen. Positive Radien gelten für Schallstrahlen, die zum Erdboden hin begrochen, negative Radien für Schallstrahlen, die vom Erdboden weg gebrochen werden. Die Farben, die den Himmelsrichtungen entsprechen, sind wieder oben in der Darstellung angegeben.

Die Ziffer 7 markiert die Einstellungen für den Ort/Zeitpunkt und Gültigkeit der Profilprognose.

Die Ziffer 8 markiert das Menü, mit dem die Art der Darstellung der Lärmrosen gewählt werden kann. Alle im folgenden diskutierten Lärmrosen sind in der Einstellung 'standard' berechnet worden.


Klassische Mitwindsituation

Der Wind kommt von Nord-Westen und dreht mit der Höhe in Richtung Westen. Die Temperatur fällt mit der Höhe um ca. 2°C; eine normale Schichtung am Tag. Es bildet sich in Richtung Südosten ein Mitwindkegel aus, der sich mit ca. 120° öffnet.

Dies ist eine typische Stuation, die am Tag so oder in ähnlicher Form häufig auftritt. Lärmquellen sind in Mitwindrichtung laut; in Gegenwindrichtung signifikant (ca. 15 dB, nur um eine Zahl zu nennen) niedriger.


Klassische Inversionswetterlage

Es herrscht 'Windstille' auch in der Höhe. Das Windprofil trägt nicht zur Schallbrechung bei. Die Temperatur steigt bis zu einer Höhe von 50 m deutlich, hier um mindestens 3°C. In alle Richtungen wird der Schall durch die Temperaturschichtung zum Erdboden hin gebrochen. Rings um eine Lärmquelle ist es 'relativ laut'. 

In einer solchen Situation hat man den Eindruck, die Autos einer enrfernten Autobahn fahren direkt am Schlafzimmenfenster vorbei. Am Schlafzimmer deshalb, weil solche Situation in der Nacht bei sternenklarem Himmel auftreten. Der Höreindruck ist klar und eindrücklich, weil das Geräusch selbst nicht durch Luftturbulenzen, die in einer windigen Atmosphäre stets auftreten, verzerrt wird.


Inversion mit Wind

Der Wind kommt aus Süd-Süwest und nimmt mit der Höhe deutlich - auch noch in größeren Höhen - zu. Dennoch liegt eine Temperaturinversion vor: Die Temperatur steigt auf den ersten 50 m um 2,5 °C. Beide Profile tragen zur Schallbrechung bei und erzeugen gemeinsam eine Lärmrose mit einem breiten Mitwind/Inversionssektor. In Richtung Südwesten gewinnt aber die Brechung nach oben durch die Windschichtung gegenüber der Brechung nach unten durch die Temperaturinversion.

Das Interessante an dieser Situation ist auch schon bei 2 km (der äußerste Ring der Standard-Wiundrosen) zu erkennen: In größeren Abständen wird es wieder leiser. Dort gewinnt der Wind auch, weil die Temperaturinversion für die Schallstrahlen, die bei größeren Abständen auch größere Höhen erreichen, verschwindet.


Indifferente Wetterlage

Diese Situation ist eine Mischung aus einem komplexen Wind und Temperaturfeld. Beide brechenden Effekte wirken im Zusammenspiel unterschiedlich in Abhängigkeit vom Abstand.

Solche Situationen kommen dann vor, wenn die Sonne aufgeht und die nächtliche Inversion mit geringen Windgeschwindigkeiten aufbricht. Der Höreindruck in einer soclchen Situation ist nie eindeutig, weil sich die Verhältnisse relativ schnell ändern: Mal liegt man in einem lauten, mal in einem leisen Bereich.


Quellnahe Mitwindsituation

In diesem Beispiel ist scheint weder das Wind- noch das Temperaturprofil 'spektakulär' zu sein. Die Lärmrose wird aber stark geprägt durch die außergewöhnliche Änderung der Windrichtung mit der Höhe, die hier beinahe 70° beträgt. Dies ändert die Mitwindkomponente und damit auch die Brechung durch den Wind.

Das Ergebnis ist eine klassische Mitwindsituation im Nahbereich und eine Gegenwindsituation sonst.


"Loch" in der Inversionslage

Diese Situation ist eigentlich eine Inversionswetterlage. Allerdings reißt der bodennahe Wind quasi ein 'Loch' in die Lärmrose. Wer in diesem Loch hört, hört weniger als seine Nachbarn in größeren Abständen.

Es herrscht 'Windstille' auch in der Höhe. Das Windprofil trägt nicht zur Schallbrechung bei. Die Temperatur steigt bis zu einer Höhe von 50 m deutlich, hier um mindestens 3°C. In alle Richtungen wird der Schall durch die Temperaturschichtung zum Erdboden hin gebrochen. Rings um eine Lärmquelle ist es 'relativ laut'. In einer solchen Situation hat man den Eindruck, die Autos einer enrfernten Autobahn fahren direkt am Schlafzimmenfenster vorbei. Am Schlafzimmer deshalb, weil solche Situation in der Nacht bei sternenklarem Himmel auftreten. Der Höreindruck ist klar und eindrücklich, weil das Geräusch selbst nicht durch Luftturbulenzen, die in einer windigen Atmosphäre stets auftreten, verzerrt wird.


Schmaler Windwind-Sektor

Ein Mitwindsektor muss nicht unbedingt - wie in dem Beispiel oben - breit sein. Durch das Zusammenspiel von Windstärke und Windrichtung kann dieser Sektor sehr schmal werden.


Windstille

Bei 'Windstille' gewinnt die Temperatur. Da sie am Tage typisch mit der Höhe fällt, ist dies eine in alle Richtungen 'leise' Situation.

In diesem Beispiel führt allerdings doch die leichte Brise am Boden zu einem Windwindbereich in engster Nachbarschaft um die Quelle. Es ist dazu zu bemerken, dass die Brechnung nicht von der Winsgeschwindigkeit selbst sondern von ihrer Änderung abhängt. Und diese Änderung ist bodennah signifikant.

 

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