Lärm­schutz

Lärm ist nicht ein Problem des Hörens allein.

Feuerwerksböller und Kanonenschüsse sind physikalisch sehr ähnliche Schalle, mit messtechnischen Mitteln nicht unterscheidbar. Dennoch gehört das erste für Zuschauer des Feuerwerks zum akustischen und optischen Genuss, das zweite für die Anwohner von Schießplätzen zu störendem Lärm.

Lärm ist ein komplexes Phänomen, natürlich mit einer bedeutenden physikalischen bzw. akustischen Komponente. Zum Lärm gehört aber auch das Empfinden, die Einstellung und die Lebenssituation der Betroffenen.

Jeder verursacht Lärm.
Jeder leidet unter Lärm.

Je nach Situation stehen wir auf einer der beiden Seiten dieses Konfliktes zwischen dem Verursacher und dem Betroffenen. Für die Lösung dieses Konfliktes, dem sogenannten Lärmmanagement, gibt es Regeln, die objektive Kriterien bereitstellen sollen, diesen Konflikt fair beizulegen.

Kreativer Lärmschutz

Cervus Consult ist der Partner für alle Beteiligten im Lärmmanagement. Unser Ziel ist es, die Beteiligten in einem Lärmmanagement so zusammen zu bringen, dass alle Vorteile für sich erkennen können.

Dazu erstellen wir Schallimmissionsprognosen, Schallimmissionspläne, gutachtliche Stellungnahmen und beraten und unterstützen unsere Kunden bei der Erreichung ihrer Ziele im Lärmmanagement.

Nicht immer führt die Anwendung allgemeiner Regeln zu einem fairen Ergebnis im Einzelfall. Kreatives und kooperatives Lärmmanagement bedeutet deshalb gegebenenfalls fächerübergreifendes Forschen und Entwickeln mit dem Aufstellen und dem Durchsetzen dieser Regeln im wissenschaftlich technischen Umfeld.

Laut ist nicht gleich lärmend

Nicht jedes laute Geräusch ist störend, belästigend oder gar gesundheitsschädlich. Der kraftvolle Klang eines Motorrades begeistert den Freak. Rockkonzerte in Zimmerlautstärke sind sicher kein Genuss.

Leise ist nicht gleich ‚lärmarm‘

Ein tropfender Wasserhahn kann stören, nerven, den Blutdruck steigen lassen, krank machen. Die Lästigkeit eines Geräusches hängt von der Lebenssituation ab.

Dennoch ist die Lautstärke ein maßgebliches Indiz für das Potential eines Geräusches ‚lästig‘ zu sein.

Sozusagen der Anfang von Allem. Aber es treten andere ‚Moderatoren‘ hinzu, um aus einem Geräusch Lärm zu machen. Zu diesen Moderatoren gehören physikalisch fassbare Kriterien wie z. B. Impulshaltigkeit und Tonhaltigkeit aber auch nicht-akustische Aspekte wie die Einstellung des Betroffenen zur Quelle und seine jeweilige Lebenssituation.

Um Lärm zu reduzieren kann man das Geräusch mindern. Man kann aber auch die Moderatoren beeinflussen, in dem man beispielsweise Verständnis für die Erzeugung des Lärms weckt und nachweist, dass man alles tut um ihn zu vermeiden. Der Handlungskatalog des Lärmmanagements erschöpft sich keineswegs im Ringen um das Zehntel Dezibel um einen Vergleichswert herum.

Lärmmanagement

Cervus Consult hat für den Schießlärm zusammen mit dem Auftraggeber Bundeswehr gezeigt, dass Lärmmanagement mehr kann als Lärmschutz. Gerade hier, wo die hoheitliche Aufgabe der Landesverteidigung auf die Maximen des Bundesimmissionsschutzes trifft, waren in einem quasi regelungsfreien Raum (die TA Lärm gilt ausdrücklich nicht für militärische Schießplätze) die Verwirklichung eines täglichen Lärmmanagements möglich, das sowohl dem Betreiber der Schießplätze mehr Flexibilität einräumt als auch für die Anwohner zu einer Verringerung der Lärmbelastung führt.

Dieser Ansatz führt zur Kooperation zwischen dem Betreiber, der Aufsichtsbehörde und den Anwohnern und regelt fair die gegenseitige Rücksichtnahme. Er versucht so die Konfrontation zu vermeiden, die regelmäßig in ähnlich gelagerten Konflikten vorzufinden ist.